Indien 12

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Junagadh

Wir sind 8 Stunden von Zainabad nach Junagadh mit einem Bus der Gujarat State Road Transport Corporation (GSRTC) mitgefahren. Der Bus hatte eine verdammt laute Hupe und unser Busfahrer liebte sie innig. Er hat so ziemlich alles angehupt. Wenn es sich bewegte, dann hupte er in kurzen Intervallen bis er daran vorbei war, zB beim Überholen. Wenn etwas im Weg war, dann hupte er es so lange an bis es weg war. Zwischendurch hupte er, um die Hupe zu testen, denn manchmal hupte er auch, ohne dass irgendwas in der Nähe war. Vor Kurven hupte er natürlich auch. Wie durch ein Wunder habe ich die Fahrt ohne Tinnitus überstanden. Genug gejammert.

Ursprünglich wollten wir auf den Tempelberg. Die Idee war, dass ein wenig Bewegung und ein paar Höhenmeter nicht all zu schlimm sind, wenn man genug Zeit hat. Nach einer Rücksprache an der Rezeption entschieden wir uns dagegen. Es führen nämlich tausende Stufen auf den Gipfel und man sollte zwischen 3:00 und 4:00 Uhr in der Früh aufbrechen. Angeblich benötigt man um die 3,5h für den Aufstieg. Früh aufstehen ist eine Sache aber tausende Stufen haben mit einer Bergwanderung nichts mehr am Hut, das ist die pure Folter. Rauf kann ich es mir sogar irgendwie vorstellen aber runter ist es nur noch verrückt.

Wir sind stattdessen ins alte Fort von Junagadh gegangen.

Tempelberg. Der Aufstieg wäre um 3:00 in der Früh gewesen. Da es bis zum Gipfel ausschließlich Stufen sind, haben wir darauf verzichtet. Alternativ kann man sich auch auf den Gipfel tragen lassen. Aber alleine die Vorstellung, dass mich da Menschen rauf tragen, weil ich zu faul zu gehen bin, finde ich befremdlich.


Beim Eingang zum Fort.

Göttin beim Eingang zum Fort in Junagadh.

Ruinen im Fort. Ziemlich zugemüllt.

Armreifen auf einem Stein. Welche Bedeutung das hat, konnten wir bislang nicht heraus finden.

Als wir zwischendurch einmal Pause machten, habe ich ein paar Streifenhörnchen und Krähen fotografiert.

Streifenhörnchen beim Futtern.

Die Krähe lässt das trockene Junkfood ins Wasser fallen, um es einzuweichen, damit es leichter runter flutscht.

Indische Reisegruppe oder Kleinfamilie (?) sieht hinab in einen der ersten Stufenbrunnen Indiens.

Der Blick in den Stufenbrunnen ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Das Wasser ist kaum sichtbar, da so viel Müll drin schwimmt. Die Vögel entleeren ihre Därme von den Mauern links und rechts. Dazu kommen noch viele Kackhaufen am Weg nach unten. Es stinkt gewaltig. Wir sind nach nicht mal einem Drittel des Weges wieder umgedreht.

Vögel wohnen in den Nischen.

Blick auf Junagadh

Teilweise gibt es so etwas wie ein Recyclingsystem, auch wenn ich das kaum glauben kann.

Großvater trägt seinen Enkel.

Wagemutig haben wir uns auf diesen Weg begeben, obwohl sich links und rechts der Müll stapelte und er ziemlich (man verzeihe mir die Worte) zugeschissen war.

Am Ende des Weges, den ich im vorigen Bild beschrieben habe, sind wir zur Fortmauer gekommen und genau dort haben sich viele Adler in der Luft getummelt. Zum Teil sind die Adler in einem Abstand von wenigen Metern an uns vorbei geflogen. Daher an dieser Stelle 4 Bilder von Adlern. 4 Bilder sind es deshalb, weil mir alle 4 gefallen und ich mich nicht entscheiden wollte. Wer Adler nicht mag, kann ja schnell weiter scrollen.

Adler 1

Adler 2

Adler 3

Adler 4

Als wir wieder aus dem Fort draußen waren, haben wir uns noch kurz beim Mausoleum umgesehen, bevor wir zurück ins Hotel gingen.

Uhrturm in Junagadh. Der Turm ist direkt über dem Torbogen zur Altstadt.

Blumenornamente am Mausoleum. Da offensichtlich wenig zum Erhalt der Anlage getan wird, erobert die Flora das Gebäude.

Minarett der Moschee neben dem Mausoleum.

Indisches Paar lässt sich von einem professionellen Fotografen ziemlich aufgebrezelt fotografieren. Ich war zwar schon etwas weiter entfernt, aber da ich gerade das Teleobjektiv an der Kamera hatte, nutzte ich die Gelegenheit und habe sie ebenfalls fotografiert.

Zicklein in der Autorikscha.

In Junagadh gibt es nicht all zu viel zu sehen. Im Fort befinden sich fast alle Sehenswürdigkeiten, dafür reichen ein paar Stunden, wenn man sich viel Zeit lässt und auch ein wenig im Park sitzt. Den Tempelberg  (Girnar) haben wir ausgelassen, dafür kann man einen ganzen Tag veranschlagen, da man für den Auf- und Abstieg viel Zeit einrechnen muss, und auch die Besichtigungen der Tempelanlagen zusätzlich Zeit benötigen. Um den Abstieg in der größten Hitze, kommt man selbst bei einem sehr zeitigen Aufstieg nicht herum.

Ansonsten gibt es in Junagadh nicht viel, wir wollten an unserem Abreisetag in den Zoo gehen, um die Zeit bis zur Abreise nach Sasan Gir (Nationalpark) zu überbrücken. Leider hatte der Zoo am Mittwoch geschlossen. Wir versuchten daher die Zeit in der Stadt tot zu schlagen, ging aber nicht, da es keinerlei vernünftige Sitzgelegenheiten, Restaurants oder Cafés gibt. Wir sind daher wieder zurück ins Hotel gegangen und haben uns in die Hotellobby gesetzt bis es Zeit wurde zum Busbahnhof aufzubrechen.

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